3D Innovation Day - Eine Zusammenfassung
Wachstum und Wissenstransfer - Das 3D Partnerland China

Das Wissen über den chinesischen 3D Markt ist in Deutschland noch gering. Das änderte sich kürzlich beim Schwerpunkt China des 3D Innovation Day beim Internationalen Medienkongress.
Erste Lektion: Auch Freizeit muss gefüllt sein - am besten mit Kultur, weshalb im 5-Jahresplan der Volksrepublik auch Unterhaltung eine große Rolle spielt. 3D ist dabei ein Motor und Erfolgsgarant. 40 Prozent aller Filme in den chinesischen Kinos in der ersten Hälfte 2012 waren 3D-Filme. Das ist ein Wachstum von 42 Prozent! „3D in Cina is enjoying a great success", betonte Qiang Bai, Produzent des ersten chinesischen 3D Musikfilms. 3D ist in China auch deshalb besonders interessant, weil es hilft, illegale Raubkopien zu verhindern: Spannende visuelle Effekte und die dritte Dimension locken die Zuschauer auch dann in die Kinos, wenn die passende DVD direkt vor dem Kino käuflich ist.
Das Problem ist derzeit noch der Content.
"Sushi on a plate" ist langweilig, auch in 3D. Um das Potential nutzen zu können, spielt Wissenstransfer eine wesentliche Rolle, zum Beispiel durch den Import von Hollywood-Produktionsstandards: „Avatar was just the beginning and kicked of a new culture in China", meint Chuck Comisky, 3D Visual Effects Supervisor des erfolgreichen Blockbusters. Ein wesentliches Ziel ist es, neue 3D Standards in China zu setzen. Auch James Cameron interessiert sich für den chinesischen Markt, da sowohl Equipment als auch Förderung gegeben sind. Das Rad muss nicht neu erfunden, nur die beste Technology und vorhandenes Wissen genutzt werden!
Die Wundertüte der neuen Errungenschaften nutzen - 3D Film in Deutschland
Aktuell verfügt Deutschland über 1.586 3D-Leinwände und damit eine gute Infrastruktur für die Auswertung von 3D-Kinofilmen. Das von Dr. Frank Völkert (FFA) präsentierte Zahlenmaterial erteilte den Kritikern von 3D im Kino und deren Behauptung, der 3D-Trend verflache zusehends, eine klare Absage. Mit „3D ist für die deutsche Kinolandschaft wie der Golf 7 bei VW“, unterstreicht er auf dem 3D Innovation Day seine Schlussfolgerung, dass 3D eindeutig als Umsatzmotor für die deutsche Kinolandschaft gelten muss. 
Einen der kommenden deutschen Umsatztreiber präsentierte der deutsche Erfolgsregisseur Detlev Buck mit seinem neuesten Projekt „Die Vermessung der Welt“. Um die Reise in die Vergangenheit für die Zuschauer zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen, griff der Regisseur zu einer zusätzlichen gestalterischen Ebene – zu 3D. Unverändert sei dennoch die Emotion das Entscheidende. Mit „Die Vermessung der dritten Dimension“ präsentierte Buck ein unterhaltsames 1x1 des 3Ds.
Ein deutlich kleineres Produktionsbudget hatte der Debütfilm „Lost Place“ um Regisseur Thorsten Klein und Produzent Alex Weimer von MovieBrats zu Verfügung. Vorteilhaft sei es gewesen, dass bereits 6 Monate vor Drehbeginn der Technikpartner feststand. 3D wurde von dem jungen Produktionsteam eingesetzt, um das physische Erleben des Zuschauers zu intensivieren.
Erwin M. Schmidt und Wolf Bosse rundeten das Thema 3D Filmlandschaft Deutschland ab. „Wir bewegen uns auf einer weißen Landkarte, die technisch gut erforscht, aber kreativ noch absolutes Neuland ist… Diese Wundertüte der neuen Errungenschaften“ gilt es nun zu nutzen.
"Much of the atmosphere came from 3D!" - 3D in der Musikindustrie
3D spielt auch außerhalb des Kerngeschäfts Film eine große Rolle – beispielsweise in der Musikindustrie. Regisseur Julian Napier zeigte Ausschnitte aus den britischen Opernproduktionen „Carmen“ und „Madame Butterfly“, die im Royal Opera House in 3D live aufgezeichnet wurden. „We want to have a cinematic feeling “, erklärte Julian Napier “and much of the atmosphere came from 3D!” Finanziert wurden die Produktionen exklusiv von RealD.
Mit “It’s a real family affair” starteten Martin und Giorgio Koppehele ihre Keynote zu LICHTMOND. Der Vater, ein Ingenieur und die Mutter, Malerin – Das Interesse für die Kombination aus Kunst und Technik ist daher wenig überraschend. „Hardware is the body, software the soul“. Vor einem Jahr trafen die Koppeheles auf Dr. Ralf Schäfer während der IFA. Die Idee zur Kooperation war geboren. Von dem mehr als beeindruckenden Ergebnis konnten sich die Kongressteilnehmer direkt im Anschluss mit der Weltpremiere von „Precious Life“, einer Zusammenarbeit von Alan Parsons im mobilen TiME Lab überzeugen lassen.
© Jana Denzler Photography
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